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Zaunbruch

Die philosophische Ambulanz mit
Prof. Dr. Wolfgang Schlüter

 

Was ist eine Philosophische Ambulanz?

Eine Ambulanz kennt jeder: Notfall — man kommt vorbei — es wird geholfen. Die Hilfe besteht hier aber nicht in einer Therapie, auch nicht in einer Fachdebatte von Spezialisten, sondern im Gegenteil in der Aktivierung der eigenen Erkenntniskräfte im lebenswichtigen Gespräch. Deshalb verglich schon Sokrates die Tätigkeit des Philosophen mit der des Geburtshelfers. Nicht die Hebamme gebiert, sondern ich selbst. Wenn in mein Leben Fragen einbrechen, die mich existenziell angehen wie die großen Fragen nach „Wahrheit“ oder „Liebe“ oder „Sinn“ oder „Gerechtigkeit“ oder „Tod“ oder „Schuld“ ..., dann kann das philosophisch inspirierte Gespräch helfen, meine eigene Einsicht zu „provozieren“, hervorzurufen, selbst wenn sie vielleicht auch für andere gelten sollte.

Also ist die Philosophische Ambulanz ein Ort, an dem man vorbeischaut, sich miteinander bespricht und dann ohne weiteres wieder seiner Wege gehen kann: „... seit ein Gespräch wir sind und hören können voneinander ...“ (Hölderlin)

Was heißt ZAUNBRUCH?

Wie der Dichter Friedrich Hölderlin können wir alle ins Wundern geraten, dass wir voneinander hören können. Wir können nämlich nicht nur ein Gespräch „führen“; wir haben auch alle teil an dem großen Menschheitsgespräch, das wir „sind“.
Weil das so ist, sollten wir keine Scheu davor haben, die Zäune voreinander und die Zäune vor uns selbst bei richtiger Gelegenheit tatkräftig abzubrechen.
In der Philosophischen Ambulanz besteht die richtige Gelegenheit, einfach vorbeizukommen und ein Gespräch „vom Zaun zu brechen“ über eine Frage, die mich wirklich beschäftigt – ganz gleich, ob in alltäglichen oder ganz existenziellen Situationen meines Lebens. Es kommen hier nämlich Menschen zusammen, die alle die gleiche Absicht haben: für eine gewisse Zeit die Zäune abzubrechen und für ein wirkliches Gespräch da zu sein.

Solche Gespräche können in unterschiedlichen Settings stattfinden:

ZAUNBRUCH open

Dies ist unser philosophischer Stammtisch, bei dem das Thema des Vormonats vertieft wird, bei dem aber auch jeder (s)ein eigenes Thema mitbringen kann. Thema des Vormonats vertieft wird, bei dem aber auch jeder
(s)ein eigenes Thema mitbringen kann.
Kostenbeitrag: Nach eigenem Ermessen

Dienstag, 09. November 2010, 20.00 Uhr
Dienstag, 11. Januar 2011, 20.00 Uhr
Dienstag, 15. März 2011, 20.00 Uhr
 

ZAUNBRUCH thema

Hier wird eingeladen, nach einem einleitenden Impulsreferat zum Thema des Abends miteinander ins Gespräch zu kommen.

Kosten: 10 € pro Abend (ermäßigt 5 €)


Dienstag, 12. Oktober 2010, 20.00 Uhr

Thema: Bedingungslose Grundsicherung: Lizenz zum Nichtstun?
Seit Jahren wird unter dem Diktat der immer schwieriger zu finanzierenden Massenarbeitslosigkeit ein Modell diskutiert, das versucht, der Würdelosigkeit der Bedürftigkeits-Überprüfung zu entgehen und trotzdem finanzierbar zu bleiben: Jedem stünde – ohne sein Zutun – eine einheitliche finanzielle Existenzsicherung zu. Wir diskutieren die möglichen Konsequenzen sowie das zu Grunde liegende Menschenbild und Gesellschaftsverständnis.

 Dienstag, 14. Dezember 2010, 20.00 Uhr
Thema: Der Sündenfall der absoluten Wahrheit
„Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“ fragt Rüdiger Safranski im Titel seines Buches, und wir fragen weiter: Vertragen wir noch den Absolutheitsanspruch von „Wahrheit“? In welchem Verhältnis stehen Glaube und Wissen zueinander? Ist der Glaube an die eigene Wahrheit notwendig fundamentalistisch? Kann es „relative Wahrheit“ geben und ist sie sinnvoll?

Dienstag, 8. Februar 2011, 20.00 Uhr
Thema: Die Andersheit des Anderen
Der Andere als der Fremde und der Andere als der Nahe: Können wir einander wirklich verstehen? Setzt „Anerkennen“ Erkennen voraus? Was bedeutet und wie entsteht Respekt? Ethik der Gegenseitigkeit oder friedliche Koexistenz? Gesellschaftliche Integration oder Parallelgesellschaften? Die unterschiedlichen Sichtweisen von Martin Buber, Jean-Paul Sartre, Emmanuel Levinas und Charles Taylor auf den „Anderen“ geben uns Anstoß, über solche Fragen nachzudenken.

Dienstag, 12. April 2011, 20.00 Uhr
Thema: Glück und die Kunst des gelingenden Lebens
Überkommt einen das Glück oder kann man es sich erarbeiten? Ist es Gnade, Geschenk oder Einstellungssache? Gibt es objektive Kriterien und Zutaten des Glücks, wie die psychologische Glücksforschung meint? Ist Glück überhaupt ein vernünftiges Lebensziel, und ist das Streben nach Glück ein allgemeines Menschenrecht, das es laut Verfassung der USA zu schützen gilt? Wilhelm Schmid, der Philosoph der Lebenskunst, empfiehlt als Grundlage für ein gelingendes Leben, mit sich selbst befreundet zu sein: Was heißt das und wie macht man das?

Anmeldung: Bildungswerk Aachen
 

ZAUNBRUCH solo

Hier können persönliche Beratungsgespräche mit Wolfgang Schlüter vereinbart werden – als Einzelgespräche, im Duo oder Trio.

Kostenbeitrag: zwischen 50 € und 150 € nach eigenem Ermessen
Voranmeldung im Bildungswerk Aachen


ZAUNBRUCH j.w.d

Zum Abschluss der Saison 2010/11 findet vom 15.-22. Mai 2011 ein Selbsterfahrungsseminar „janz weit draußen“ – nämlich auf dem Gehöft Gorghi in Umbrien/Italien – statt.


Es folgt der Methode „Themenzentrierte Interaktion“ (TZI) nach Ruth Cohn mit einem Thema, das von den Teilnehmer/innen zuvor vereinbart wird. Maximal 12 Teilnehmer/innen

Kostenbeitrag: 440 € (inkl. Übernachtung und Halbpension)
Informationabend: Dienstag, 11. Januar 2011, 18.00-19.30 Uhr im Bildungswerk Aachen
Anmeldung: Bildungswerk Aachen