Klassenklima fördern
Ein Schulvormittag zur Diagnostik gruppendynamischer Prozesse
Als Externe werden wir immer wieder mal von besorgten Eltern oder ratlosen Lehrer angefragt. Das ist z.B. der Fall, wenn sich in einer Klasse Prozesse abspielen, die als Vorstufen von Mobbing bezeichnet werden können oder aber zu einem für alle Beteiligten unerträglichen Klassenklima geführt haben. Häufig ist das in 5. Klassen der Fall, die sich gerade als Gruppe zusammenraufen, oder in den Klassen 6-9, wenn zu den gruppendynamischen Wirrnissen noch die Pubertät dazu kommt oder wenn die Klassen keine stabilen Ansprech- und Vertrauenspersonen haben.
Wir führen in diesen Fällen nach einem Vorgespräch einen Tag zum Klassenklima durch. Der/die Klassenlehrer sind dabei, wenn wir mit ihren Schülern Kooperations- und Interaktionsübungen durchführen. Thema ist implizit und explizit der Umgang miteinander. Cliquenbildungen und Hierarchien in der Klasse werden sichtbar und manches Mal ist es so möglich, bestehende Konflikte nicht nur zu diagnostizieren, sondern bereits an diesem „Klassenklima-Tag“ zu thematisieren und an deren Lösung zu arbeiten.
Der Vorteil an dieser Intervention von außen ist, dass die Übungen in der Regel viel Spaß machen, dass wir als Externe nicht für den üblichen moralischen Druck stehen und dass die Lehrer ihre Schüler/innen ganz in Ruhe und von außen – oft mit überraschenden Einsichten – beobachten können. Da es unser Ziel ist, die Arbeit an den diagnostizierten Phänomenen (Problemen, aber auch Ressourcen!) in der Hand der Lehrer zu belassen, gibt es im Anschluss an den Tag ein ausführliches Auswertungsgespräch mit – wenn möglich – Empfehlungen für die Weiterarbeit.
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