Bildungswerk Aachen

Qualifikation zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (§ 132g Abs. 3 SGB V)

Nächster Kursbeginn am/ab:

02.07.2018|ANMELDEN »

Kursnummer: H18-0702

Der demographische Wandel und die Stärkung der häuslichen Versorgung führen zu kurzen Verweildauern bei Menschen, die hochaltrig und fortgeschritten pflegebedürftig in die stationären Einrichtungen der Altenhilfe einziehen. Der Gesetzgeber möchte durch ein frühzeitiges qualifiziertes Beratungsangebot betroffene Menschen und ihre Zugehörigen befähigen, für ihre letzte Lebensphase eine individuelle und selbstbestimmte gesundheitliche Versorgungsplanung in den Blick zu nehmen. Die Integration einer gesundheitlichen Versorgungsplanung in vollstationären Pflegeeinrichtungen und der Eingliederungshilfe setzt einen Organisationsentwicklungsprozess voraus, d. h. sie muss in alle Strukturen und Prozesse eingebunden sein. Frühzeitige und regelmäßige Räume zur Verständigung und Umsetzung des Bewohnerwillens sorgen für größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten. Auf diese Weise können nicht mehr indizierte Krankenhauseinweisungen vermieden werden. In sensiblen Kommunikationsräumen entstehen abgestimmte individuelle und selbstbestimmte Notfallplanungen hinsichtlich ethisch sensibler Entscheidungen sowie medizinscher, pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Wünsche, Willensbekundungen, Bedürfnissen sowie Behandlungsmaßnahmen. Die Begleitung am Lebensende ist häufig multiprofessionell und sektorenübergreifend. Eine gemeinsame vorausschauende Planung ist vernetzt nach innen wie nach außen. Möglichst wenig Reibungsfläche an den Schnittstellen erhöht die Versorgungsqualität von schwerkranken Menschen und ihren Zugehörigen.

Ziele:
In dieser zertifizierten Weiterbildung werden Sie befähigt, für Ihre Einrichtung die vorausschauende Versorgungsplanung zu koordinieren und die Organisations- und Durchführungsverantwortung zu übernehmen. Die gesundheitliche Versorgungsplanung lehnt sich an das internationale Konzept des „Advance Care Planning“ (ACP) an. Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung soll es betroffenen Menschen, ihrem sozialen Netz sowie den gesetzlichen Betreuern ermöglicht werden, Vorstellungen zu entwickeln über (palliativ-)medizinische-pflegerische Interventionen und Grenzen. Darüber hinaus ihre Fragen zu stellen und ihre Bedürfnisse zu formulieren in Bezug auf existenzielle, emotionale und psychosoziale Wünsche und Sorgen sowie zu möglicher spiritueller Begleitung. Die Autonomie und die Lebensqualität von Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu werden Grundlagen zur systemischen Beratungskompetenz, palliativmedizinisches und pflegerisches Fachwissen, eine hospizliche Haltung und Netzwerkkompetenzen vermittelt.

Inhalte:

  • Koordinierung der gesundheitlichen Versorgungsplanung (§ 132g SGB V) - einrichtungsintern und -extern
  • Organisations- und Durchführungsverantwortung für den gesamten Beratungsprozess
  • Systemische Beratungskompetenz in sensiblen und herausfordernden Gesprächen
  • Palliativpflegerisches und medizinisches Fachwissen
  • Ethisch-rechtliche Grundlagen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
  • Strukturieren und Moderieren von (palliativen) Fallgesprächen
  • Dokumentation von vorbereitender Krisen- und Notfallplanung
  • Kooperation und Mitwirkung in einem regionalen palliativen Netzwerk
  • Barrierefreie Kommunikation für Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Erkennen von ethisch sensiblen Situationen und bei Bedarf kompetente regionale Unterstützungsangebote einbinden bzw. vermitteln


Zielgruppe:
Für die Berufsgruppen der Mediziner, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte, Sozialarbeiter, Heilerziehungspfleger, Erzieher und vergleichbare Ausbildungen

 

1. Teil:

  • MO - FR, 02.-06.07.18 (MO-DO, jeweils 09.00 - 17.00 Uhr und FR, 09.00 - 16.00 Uhr)
  • MO - DI, 03.-04.09.18 (jeweils von 09.00 - 17.00 Uhr)

1. Zertifizierung: Antrag auf anteilige Personalstelle kann bei jeweiligen Landeskassen gestellt werden.

 

2. Teil - Praxisphase:

  • 2 Tage Reflexion und Coaching der durchgeführten Beratungsprozesse
  • 7 selbstständig in der eigenen Einrichtung durchgeführte und dokumentierte Beratungsprozesse (innerhalb eines Jahres)
  • Peergruppenarbeit (Lerngruppen zu dritt - ortsnah)
  • Eine schriftliche dokumentierte Beratung an Kursleiter senden
  • Einrichtungsbesuch durch Kursleiter
  • 2 Tage Reflexion und Coaching der durchgeführten Beratungsprozesse plus Abschlusspräsentation der TeilnehmerInnen

2. Zertifizierung für Landeskasse sollte spätestens nach Ablauf eines Jahres nach erstem Antrag eingereicht werden.

Referenten:

Kursdetails

Am/Ab

Mo, 02.07.2018

(insg. 11 Kurstage)

Kursnummer

H18-0702

Ort

Bildungswerk Aachen

Kursgebühr

1.200,00 €

Zusatzinformationen

Bildungsurlaub

Kurstermine

Mo 02.07.2018 09:00–17:00 Uhr
Di 03.07.2018 09:00–17:00 Uhr
Mi 04.07.2018 09:00–17:00 Uhr
Do 05.07.2018 09:00–17:00 Uhr
Fr 06.07.2018 09:00–16:00 Uhr
Mo 03.09.2018 09:00–17:00 Uhr
Di 04.09.2018 09:00–17:00 Uhr
Mi 12.12.2018 09:00–17:00 Uhr
Do 13.12.2018 09:00–17:00 Uhr
Mo 18.03.2019 09:00–17:00 Uhr
Di 19.03.2019 09:00–17:00 Uhr