Bildungswerk Aachen

Anti-Bias Grundkurs – Vorurteilsbewusst leben und arbeiten

Toleranz, Respekt und gegenseitige Anerkennung des Anderen in seinem Anderssein sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen von friedlichem Zusammenleben. Im alltäglichen Leben finden unbewusst oder auch geplant Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Identitäten statt. Diese tragen das Potenzial in sich, sowohl einen bunten Strauß an neuen gemeinsamen Lebensentwürfen und Gemeinschaften hervorzubringen als auch Rückzug, Ablehnung des Fremden und Unverständnis auszulösen. Aufgrund dessen ist es im Allgemeinen und besonders im beruflichen Rahmen wichtig, die eigenen teils unbewussten Zuschreibungen und Vorurteile zu erkennen und zu hinterfragen. Diese Vorgehensweise trägt dazu bei, Menschen in ihrer Vielfalt als eigenständig anzuerkennen und sie nicht automatisch nach den eigenen Ansprüchen, Maßstäben und Wertvorstellungen zu bewerten.

Das englische Wort „bias“ bedeutet übersetzt „Voreingenommenheit“ oder auch „Einseitigkeit“. Der Anti-Bias Ansatz wurde in den 1980er Jahren in den USA als Reaktion auf gesellschaftliche Schieflagen entwickelt. Anti-Bias versteht sich als intersektionaler Ansatz und ist ein diskriminierungs- und machtkritisches Praxiskonzept. Es geht darum, vorurteilsbewusst mit Diversität und Unterschiedlichkeit auf der Grundlage von Gemeinsamkeiten umzugehen und aktiv an gesellschaftlicher Veränderung zu arbeiten. Menschen sollen bestärkt werden, inklusive Institutionen aufzubauen, Diskriminierung zu identifizieren und lernen dagegen vorzugehen.

Ziele:
Die Fortbildung basiert auf einem interaktionsorientierten Konzept, das mittels Selbsterfahrungsübungen einen persönlichen und emotionalen Zugang zu den Inhalten schaffen kann. Die Teilnehmenden erwerben methodische Handlungskompetenzen und konzeptionelle Inspirationen für das Leben und Arbeiten in einer durch Vielfalt geprägten Gesellschaft. Sie reflektieren Möglichkeiten, aber auch strukturelle Grenzen professioneller Intervention. Ziel des Anti-Bias Ansatzes ist Vorurteilsbildung bewusst zu machen und so Diskriminierung abzubauen. Dies kann gelingen durch die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt, basierend auf unterschiedlichsten Erfahrungen sowie durch die Herauskristallisierung einer persönlichen und professionellen inneren Haltung.

Inhalte:

  • Bewusstsein für eigene tiefsitzende Vorurteile entwickeln und ihre Einflüsse auf das professionelle Handeln aufspüren
  • Sensibilisierung für den eigenen Umgang mit Unbekanntem
  • Menschen in ihrer Einzigartigkeit wahrnehmen und ihnen mit ihren individuellen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen, ihrer Lebensgeschichte und in ihrer spezifischen Lebenssituation gerecht werden
  • Offenheit für unbewusste Ausgrenzungsmechanismen entwickeln und einer kritischen Reflexion unterziehen
  • Privilegien, Differenz- und Machtstrukturen erkennen
  • Diskriminierungskritische Wahrnehmung anregen und Verantwortung übernehmen
  • Perspektivwechsel als Einstellung trainieren
  • Erweiterung des eigenen Handlungsrepertoires
  • Gestaltung eines wertschätzenden Umgangs mit Vielfalt


Zielgruppe:
Mitarbeiter*innen aus allen beruflichen Handlungsfeldern



Auch als teaminterne Fortbildung möglich. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um einen Termin zu vereinbaren und um detaillierte Absprachen zur Fortbildung zu treffen.

Referenten: